Zu den Äußerungen von Mathias Richter (FDP) nehmen die schulpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen von SPD und CDU, Andreas Leib und Benno Portmann, nachfolgend Stellung:
„Mit großem Unverständnis haben wir den Aufruf der FDP zum Boykott des neuen Grundschulstandorts an der Kölner Straße gelesen.
Seit Jahren beschäftigen sich Politik und Verwaltung mit der Frage, wie die Grundschulen insbesondere im Süden der Stadt entlastet werden können. Der Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen ist bekannt, und die Lösungssuche hat zahlreiche Sitzungen des Schulausschusses geprägt. Umso erstaunlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt ein Standort öffentlich schlecht geredet wird, der viele Anforderungen erfüllt, die Eltern seit Jahren fordern.
Der Standort Kölner Straße bietet großzügige Klassenräume, liegt in sicherer Entfernung zur Hauptstraße und verfügt über eine unmittelbar nutzbare Sporthalle. Viele Schulen wären froh über solche Voraussetzungen. Wer den Standort tatsächlich besichtigt hat, erkennt schnell, dass hier deutlich bessere Bedingungen vorhanden sind, als die FDP glauben machen möchte.
Herr Richter bezeichnet den Standort als ‚Notlösung‘. Die entscheidende Frage ist jedoch: Welche konkreten Alternativen bietet die FDP an? Jahrelang wurde über Schulraumbedarf diskutiert. Nun liegt eine praktikable Lösung auf dem Tisch, und plötzlich soll sie von den Eltern boykottiert werden. Das wirkt weniger wie verantwortungsvolle Bildungspolitik als vielmehr wie parteipolitische Profilierung auf dem Rücken von Kindern und Familien.
Besonders problematisch ist der Boykottaufruf selbst. Eltern werden dadurch verunsichert und ein neuer Schulstandort wird bereits vor seinem eigentlichen Start öffentlich diskreditiert. Wer ernsthaft an guten Bildungsbedingungen interessiert ist, sollte sich für Verbesserungen einsetzen und nicht versuchen, ein wichtiges Projekt scheitern zu lassen.
Hinzu kommt, dass das Gebäude ursprünglich als Schulstandort geplant und genutzt wurde. Von einem völlig ungeeigneten Gelände zu sprechen, erscheint daher wenig glaubwürdig. Wer den Standort pauschal ablehnt, ignoriert die tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort.
Kinder brauchen Schulplätze, Eltern brauchen Planungssicherheit und die Stadt braucht konstruktive Lösungen. Was sie nicht braucht, sind Boykottaufrufe und parteipolitische Schaukämpfe. Verantwortung bedeutet, Probleme zu lösen, nicht sie für den nächsten Zeitungsartikel zu instrumentalisieren.“










