Fraktion

SPD steht für einen sozialen Arbeitsmarkt im nördlichen Ruhrgebiet

Die SPD in Recklinghausen steht für einen sozialen Arbeitsmarkt im nördlichen Ruhrgebiet und schließt sich den vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Evangelischen Kirchenkreis und der Katholischen Kirche im Kreis Recklinghausen initiierten „Vestischen Appell“ an. Die SPD-Ratsfraktion beantragt dementsprechend die Verabschiedung einer Resolution im Rat der Stadt Recklinghausen.

Hier finden Sie den Antragstext:

Resolution „Vestischer Appell für einen sozialen Arbeitsmarkt im nördlichen Ruhrgebiet“

Der Rat der Stadt Recklinghausen begrüßt den vom Deutschen Gewerkschaftsbund, dem Evangelischen Kirchenkreis und der Katholischen Kirche im Kreis Recklinghausen initiierten Appell für einen „sozialen Arbeitsmarkt“ im nördlichen Ruhrgebiet. Gleichzeitig fordert der Rat die heimischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten auf, sich dafür einzusetzen, dass die Stadt Recklinghausen bei der Einführung eines „sozialen Arbeitsmarktes“ berücksichtigt wird.

Begründung:

Der Arbeitsmarkt in Recklinghausen steht auch in Zukunft vor großen Herausforderungen. Die Schließung der Firma Ontex und die geplante Aufgabe des Logistikstandortes der Firma Paul Hartmann sind schmerzliche Einschnitte vor Ort. Und auch das Ende der Steinkohlenförderung auf den Bergwerken Auguste-Victoria in Marl (2015) und Prosper-Haniel in Bottrop (2018) macht deutlich, dass der Strukturwandel in unserer Region noch längst nicht abgeschlossen ist. Die Stadt Recklinghausen muss daher alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, um gute Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Unternehmens-neuansiedlungen und Unternehmenserweiterungen stattfinden können, die zur Sicherung bestehender und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in unserer Stadt führen.

Darüber hinaus darf die Stadt aber auch jene Menschen nicht vergessen, die aufgrund der strukturell angespannten Arbeits-marktlage es als Langzeitarbeitslose besonders schwer haben eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, vor allem dann, wenn persönliche Probleme, gesundheitliche Beeinträchtigungen und individuelle Schicksale eine Arbeitsaufnahme erschweren.

Die Arbeitsmarktdaten sprechen hierzu eine deutliche Sprache: Selbst in konjunkturell positiven Zeiten gelingt viel zu selten die Vermittlung von langzeitarbeitslosen Personen in Beschäftigungsverhältnisse auf dem ersten Arbeitsmarkt, die eine Existenzsicherung bieten. Als Folge davon entsteht bei den Betroffenen eine Perspektivlosigkeit, die zu Ausgrenzung führt.

Die Stadt Recklinghausen sieht sich, gemeinsam mit dem Kreis Recklinghausen, in der Verantwortung für diese Menschen. Mit der Einführung eines „sozialen Arbeitsmarktes“ können öffentlich geförderte sozialversicherungspflichtige Beschäftigungs-verhältnisse mit begleitender Qualifizierung geschaffen werden. Die dort Beschäftigten erhalten nicht nur eine gerechte Entlohnung, sondern auch einen geregelten Lebensrhythmus und eine dauerhafte berufliche Perspektive. Darüber hinaus kann sich auch die Stadt Recklinghausen durch eine Beteiligung am „sozialen Arbeitsmarkt“ neue Beschäftigungsfelder (beispielsweise in Form einer verbesserten Stadtteilpflege) erschließen, die bisher nicht finanzierbar sind.

Die Akteure des Arbeitsmarktes (Arbeitsagentur, Jobcenter, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Kammern, Qualifizierungsträger) sind im Vorfeld mit einzubeziehen, damit durch den Aufbau des „sozialen Arbeitsmarktes“ nur Beschäftigungsverhältnisse entstehen, die zusätzlicher Natur sind und im öffentlichen Interesse liegen.